Meensen

Meensen

 

Eine gut erhaltene Quarzit- Schlagstelle der Altsteinzeit legt Zeugnis ab vom Leben der Großwildjäger vor gut 1000 Jahren, im Raum Meensen. Die Funde beweisen aber auch, dass über Jahrtausende dieser „Werkplatz“ zur Fertigung von Waffen und Werkzeugen benutzt worden ist. Eine flache, graugrüne Hacke aus Felsgestein, ca.  2000 v. Chr. gefertigt, 1962 westlich des  Nordholzes, etwa 1 KM vom Dorfe gefunden, war zur Zeit der 1000-Jahrfeier zunächst der letzte urgeschichtliche Fund. Zwischenzeitlich förderten Grabungen erneut wertvolle Zeichen der Urgeschichte Meensens zutage. Da die flachwelligen Hänge zwischen dem Meenser und dem Barlisser Steinberge gute Weidegründe abgaben, sind auch dort noch Ansiedlungen in der sogenannten „Metallzeit“ zu vermuten. Dort liegen drei große  Erdhügel, die als bronzezeitliche Hügelgräber anzusehen sind. Das Land selbst ist sehr steinig, so dass man von den Meensener Bauern als die „Steinreichen“ sprach. Die Steine haben aber auch zum Wohlstand des Dorfes beigetragen; die Basaltkuppe des Steinbergs gab viele Jahrhunderte den Einwohnern Arbeit und Brot, um in unserer Zeit zu einer zwischenzeitlich geschlossenen Mülldeponie der Stadt Göttingen umfunktioniert zu werden. Meensen ist die höchstgelegene Gemeinde zwischen Werra, Leine  und Weser. Am 20. Januar 990 bestätigt Kaiser Otto III. damals: „ duas villas Vuizzereshuson et manisi“, diese beiden Ortschaften waren dem Kloster Hilwartshausen von einer Matrone mit Namen Ita geschenkt worden ( nieders. Hauptstaatsarchiv Cal. Or. 100 Kloster Hilwartshausen Nr. 6). In der Schreibweise „Manese“ erscheint der Ort 1125, 1247 wird ein „Theodericus de meinse“ aufgeführt. 1255 tritt als Zeuge Wedekindus de Meynse bei einer Schenkung für das Kloster Hilwartshausen auf. 1275  wird ein Bartoldus de meense genannt. Die Namen „Finkenburg“ und „Hohe Warte“ für Meenser Ortsteile können auf frühere Befestigungen und bedeutende  Familien hinweisen. 1297 erscheint der Name „Gropenmense“, 1302 verändert als „Gropenmeinse“ und 1305 als „Groppenmeinse“, eine Töpfersiedlung (Gröperort). 1318 unterschied sich Meensen erstmals als „Vrienmense“ vom Töpferdorf, der Ortsname vereinfachte sich 1633 und 1658 zu „Meensen“ (Kühlborn, Ortsnamen Seite 94). Im Jahre 1594 werden im  Dorfe „Meinsen“ vier Meier des Klosters Hilwartshausen genannt: Georg Arendes, Wiegandt Krummelen, Andreas Otters und Jacob Krummelen. Die vier Klosterhöfe gingen 1882 durch Kauf in den Besitz ihrer bisherigen Pächter über. Eine Zehntscheune auf dem Grundstück des Hauses No. 5 nahm die Abgaben der Bauern auf – sie ist inzwischen abgerissen worden. Im Jahre 1598 belehnte das Kloster Arndt von Stockhausen vor dem Dorfe Meensen mit „dem Guedenhagen, dem Kardenthael, dem Borshage und dem  Steinberg“ und mit 7 Hufen der Meierhöfe und 6 Köthöfen ( Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Kloster Hilwartshausen, Nr. 392). Die Familie von Stockhausen besaß die Wälder und das Dorf. Die Geschichte Meensens ist verknüpft mit der ehemaligen Brackenburg, deren Trümmer auf dem Basaltkegel des Brackenberges bis heute die Zeit überdauert haben. Am 7. Nov. 1370 verpfändete Herzog Otto von Braunschweig zu Göttingen an Hermann und Hans von Caolmas für 400 Mark Silber, „unse hus und  sclot to dem bragkinberge med alle dem dat dar to gehoret med den dorpen frig Meinse attzenhusen Rosthagen med al den dorpern richten und rechten also dat de von stoghusen von unser wegen in oren wern gehad hebben und alz dat unse ist und benamen med den dorpern lyppolshusen und Moldingsfelde und med dem leinholte…“   (sudendorf Bd. IV, Nr. 54). Das Schloß ging dann in den Besitz der Ritter von Riedesel über und wurde 1411 von Herzog Otto dem Quaden mit Hilfe der Göttinger zerstört.  Das Amt Brackenburg selbst blieb aber bis 1825 bestehen. Nach seiner Auflösung kam Meensen an das Amt Friedland und dann an Dankelshausen, bis es 1885 dem Kreis Münden zugeordnet wurde. Der Turm der Kirche hat ungewöhnlich dicke Mauern mit schmalen Sehschlitzen und ist sicherlich als Wehrkirche genutzt worden. Nach einer Urkunde von 1501 ist die Kirche Johannes dem Täufer geweiht, 1521 ist von einer „Pfarrkirche St. Johann“ in „Meynse“ die Rede. Die Feldmark umfasst 797 ha, davon  sind 141 ha Forstnutzflächen. Der größte Teil des Waldes ist genossenschaftlicher Besitz. Das Wasser war in Meensen immer ein Problem, eine zentrale Wasserversorgung besteht seit 1948 mit einem Hochbehälter auf dem Steinberg, einer Pumpstation unterhalb des Dorfes und einer langen Zuleitung von Scheden aus, ab 1971, so dass auch bei trockenen Jahren die Wasserversorgung nun gelöst ist. Im Jahre 1939 hatte Meensen 368 Einwohner, nach dem Kriege 626, um im  Jahre 1970 wieder auf 390  Einwohner abzusinken. 1987 sind es 361 Einwohner. 300 m nordwestlich der Ruine Brackenburg steht ein Stein mit Kreuz und Inschrift, der „Oppermann Stein“, ein Erinnerungsmal an Jost Oppermann, der 1645 hier erschossen wurde. Zwischen dem  Rustholz und dem Brackenberg stand außerdem früher der sogenannte „Spangenberg Stein“ zum Gedenken an einen Hauptmann, der bei der Belagerung der Burg von einem Doppelhaken tödlich getroffen wurde. Zwei sagenumwobene mittelalterliche Kreuzsteine am  Anger, die sogenannten „Mordsteine“ sind noch zu erwähnen. Einer davon zeigt ein Malteserkreuz im Radkreis mit einem Beil darunter und der andere eine Rundkreuzzeichnung mit zwei kleinen griechischen Kreuzen in der Kopfleiste und darunter eine Pflugschar. Das Dorf liegt 375 Meter über NN, mit einer ungeschützten Lage nach Osten – im Winter daher häufig kalt und trocken – so mag sich der Name „Klein- Sibirien“ für Meensen im Volksmund gebildet haben. 1973 – im Rahmen der Gebietsreform –  hat sich Meensen der Gemeinde Scheden angeschlossen und ist so Teil der Samtgemeinde Dransfeld.

„In Schwarz über goldenem Grapen, dreifüßiger Topf, ein achtendiges goldenes Geweih, dessen Sprossen in sechsstahligen Sternen enden”. Der Grapen,  dreifüßiger Topf, im verliehenen Wappen soll an das alte Töpferdorf erinnern, hat doch schon 1328 Wernherus dictus Grope ein Grapen- Wappen geführt. Das Geweih, das alte Cheruskerzeichen, mit den Sternspitzen ein seltenes Symbol in der Heraldik, ist dem Siegel des Theodericus de Mense entnommen, wie es in einer Urkunde des Klosters Mariengarten von 1352 zu finden ist. Die Gemeinde kann glücklich sein, ihr Wappen auf urkundlich überlieferte Symbole stützen zu können. Durch Verfügung vom 19.  Juli 1965 hat der Herr Regierungspräsident in Hildesheim der Gemeinde MEENSEN genehmigt, das von ihrem Rat am 9. März 1965 einstimmig beschlossene Wappen wie das entsprechende Siegel und die Flagge zu führen.

Wappen_Meensen

Meensen, eine der höchstgelegenen und ältesten Orte des Kreises Münden, südlich des Hohen Hagen, ebenfalls in einem Basaltkegel, dem Steinberg, der seit 100 Jahren einem großen Teil der Bevölkerung Arbeit und Verdienst gibt, wird schon 990 urkundlich als MANISI erwähnt. Früher trugen zwei Orte den Namen  MEENSEN. Der Volksmund unterschied „Friemeensen“  oder „Vrigmeysen“ und den Töpfer- oder Gröperort „Gropmense“, der 1317 als solcher besonders genannt wird. Nachdem Friemeensen im 30-jährigen Krieg wüst wurde, entfiel die Unterscheidung und es blieb Meensen.